Geschichte

Christliche Geschichte

Es wird uns überliefert, dass zur Zeit der Reformation in Kindberg reges evangelisches Leben herrschte. Der (katholische) Pfarrer hatte es schwer, weil er kaum „sein Auslangen fand“; hingegen der (evangelische) Prädikant sehr gut leben konnte.

Der Schiedsspruch beim Augsburger Religionsfrieden 1555 zog die Gegenreformation nach sich. Es wurde vereinbart, dass der Landesherr die Religion seiner Untertanen bestimmen konnte. Die in den österreichischen Erblanden lebenden bzw. regierenden Habsburger waren katholisch, somit wurde „Österreich“ rekatholisiert.
Jemand der sich nicht zur katholischen Religion bekannte, musste auswandern oder wurde ausgewiesen. Die schwere Entscheidung: „Glaube oder Heimat“ musste von unseren Vorfahren getroffen werden.

Ab dem 17. Jh. gab es im Mürztal kein evangelisches Leben mehr.
Die große Auseinandersetzung des 30-jährigen Krieges traf auch die Steiermark schwer.

Neue Erkenntnisse, Entdeckungen und Geistesströmungen fanden Ausdruck in Verständnis und Toleranz gegenüber Andersdenkenden und – glaubenden. Aus dieser Einstellung der Duldung wurde 1781 durch Kaiser Josef II. das Toleranzpatent erlassen.

Drei evangelische Pfarrgemeinden konnten in der Steiermark entstehen und die immer noch schwierigen, einschränkenden Bedingungen erfüllen. Das Mürztal gehörte zur Pfarre Wald am Schoberpass. Über 100 Jahre besuchten die Pfarrer die weit verstreut lebenden „Protestanten“. Hoch zu Ross machten sich die Seelsorger auf den Weg, in der Satteltasche die Bibel und die Abendmahlsgeräte.

1899 kam es zu einem entscheidenden Schritt. Der „Kindberger Kirchenstreit“ war der unmittelbare Anlass, der den „Lutherischen“ zu einer ersten Kirche im Mürztal – Mürzzuschlag – verhalf.