Archäologie

Ausgrabung 1997


Da die aus Gneis- und Kalksteinquadern bestehende Treppe am Kirchennordportal schon stark abgesunken und reparaturbedürftig war, wurde auch in diesem Bereich, östlich des Portales, ein Schnitt (S1/97) angelegt.
Die Quader der Kirchentreppe lagen auf einem schwach und schlampig gemörtelten Fundament auf, das möglicherweise die Unterlage einer ehemaligen Holztreppe darstellt.
Das Fundament der Kirchenmauer konnte bis in eine Tiefe von 0,7 m verfolgt werden, wobei die unteren drei gemörtelten Steinscharen vom 0,3 bis 0,7 m Tiefe ca. 0,1 m hervorragen. In dieser Tiefe konnte auch ein Fundamentgraben bis zum gewachsenen Boden, auf dem die Mauer aufliegt, festgestellt werden. Eine allfällige Zweiphasigkeit der Fundamentmauer der Kirche war trotzdem nicht zu beobachten.
Neben rezenten, unter anderem durch Schwarzhafnerware gekennzeichneten Schicht, fand sich wiederum eine prähistorische Planierschicht, die durch eine kennzeichnende Knickwandschüssel in die Kupferzeit (Lasinja) datiert werden konnte. Zwischen rezenter und planierter, prähistorischer Schicht fanden sich die stark vergangenen Reste eines Kinderskelettes.
In diesem Schnitt wurde weiters ein Baugerüstpfostenloch freigelegt, welches jenem aus S3/95 genau entspricht.
Weitere Schnitte wurden im Bereich des mittelalterlichen Fundamentes angelegt (S3-6/97), um Ausmaße und weitern Verlauf der Mauer zu klären.
Die Nordwest- und Südostseiten des Bauwerkes wurden in dem Ausmaß freigelegt, das eine Außendimension von min. 11,5 m x 7,5 m zu erwarten ist.
In S6/97 war der Innenbereich des Gebäudes nicht ausgerissen und der Mörtelestrich in Originallage erhalten. An der Außenseite der Mauer konnte eine dunkelgraue Schicht mit romanischer Keramik festgestellt werden.
An der Nordseite (S3/97, S5/97) konnte außerhalb der Mauer eine mittelalterliche Planierung festgestellt werden, die interessantes keramisches Material barg, welches eine Datierung in das 11. und 12 Jh. wahrscheinlich werden lässt. Die Keramik, von Ton und Machart noch frühmittelalterlich, erinnert in der Profilführung schon an romanische Gefäßformen. In diese Schicht eingebettet liegen die vorzüglichen erhaltenen Reste eines Holzbalkens; auf beiden setzt die mittelalterliche Mauer direkt auf.
Bei der Aufschotterung des Güterweges westlich davon, zwischen Bauernhof und Wirtschaftsgebäude, wurde nur mehr der letzte Rest einer gleichartig aufgeführten, jedoch etwas stärkeren Mauer angeschnitten, die mit der Burganlage in Zusammenhang stehen könnte. Noch nicht freigelegt sind die zu erwartenden südlichen Strukturen der Burganlage.