Archäologie

Ausgrabung 1996

1996 war vom Eigentümer der Kirche geplant, vom Nordwesthanf des Kirchenhügels einen neuen Zufahrtsweg zur Kirche zu bauen. Deshalb wurden vor allem im Bereich der Hangkanten maschinelle Sondagen durchgeführt. Vor allem im Bereich der Parzellengrenze zwischen Parz. 521 und Parz. 522 ließen obertägig sichtbare Hangabsteilungen auf eine künstliche Bearbeitung des Hanges schließen.
In S1/96 lagen unter einer mächtigen, rezenten Humusschicht mehrere Planierschichten mit Mörtelresten und Ziegelbruch, die aufgrund der Keramik als durchwegs neuzeitlich angesprochen werden konnte.
Im nordwestlichen Teil, unterhalb der heutigen Hangkante konnte die Verfüllung eines Spitzgrabens mit einer Breite von 1,8 m und eine max. Tiefe von 0,7 m festgestellt werden. Aufgrund der Fundlosigkeit der Schwemmschichten in der Verfüllung des Grabens wurde indirekt eine Datierung in vorhochmittelalterliche, möglicherweise frühmittelalterliche Zeit erwogen. Auffälligerweise folgt die Orientierung des Grabens im freigelegten Teil weder dem Gelände noch korrespondiert sie mit der Orientierung der später freigelegten Mauerstrukturen.
In der Erweiterung von S1/96 nach Südwesten wurden die gut erhaltenen Reste eines Holzhauses mit sorgfältig gesetzten Schwellsteinen angeschnitten. Aufgrund der Keramik ist eine Datierung in das 17. bis 18. Jh. wahrscheinlich.
In S1/96 wurden keine Bestattungen gefunden, das Gräberfeld beschränkte sich also entgegen den Erwartungen nur auf einen kleinen Bereich unmittelbar um die Kirche, wie auch S3/96 zeigt.
S2/96 wurde ebenfalls als maschinelle Sondage über die nördliche Hangkante zum heute bestehenden Güterweg hin gezogen. Dieser Weg führte von Westen über die Rückfallkuppe zum Bauernhof und besitzt auf einer Südseite einen auffällig steilen Anstieg zum Plateau des Kirchenhügels; an dessen Nordseite im ehemaligen Gemüsegarten des Besitzers wurden nach seinen Aussagen immer wieder mächtige Steinkonzentrationen gefunden.
In diesem Schnitt wurde das Fundament einer 2,2 m starken Mauer gefunden, das noch in zwei bis drei Lagen erhalten und aus Augengneisbruchsteinen gemörtelt war.
Das Westprofil von S2/96 ergab insofern einen interessanten Befund, als das  Fundament an der Nordseite (Außenseite) mit einem Lehmputz versehen war und in diesem Berech eine Grube schnitt, die durch die Keramik nach Köttlach II datiert werden konnte. Im stratigraphischen Zusammenhang mit dieser Grube steht eine zweiphasige, wohl ebenfalls frühmittelalterliche Berme, die zum Güterweg nach Norden hin abfällt.
Um den weiteren Verlauf des Mauerfundamentes festzustellen, wurde parallel zu S2/96 der Schnitt S4/96 angelegt. Die Innenkante der Mauer konnte hier rechtwinkelig zum Schnitt in südöstlicher Richtung verfolgt werden.
In beiden Schnitten konnte Versturz nur hangaufwärts Richtung Kirche (Innenseite) festgestellt werden. Der Ausriss des Versturzes ist nach dem Profil von S2/96 zweiphasig, wobei die verschiedenen Schichten der älteren Phase aufgrund der zahlreich gefundenen Keramik mittelalterlich bis neuzeitlich datiert werden konnten. Vor allem in der jüngeren Phase des Ausrisses, die bis ins 20. Jh. datiert, konnten einige Fragmente von hochromanischen Reliefkacheln, eine mit der Darstellung eines Greifen, gefunden werden, die die Ansprache der Anlage als Wohnturm eines repräsentativen Wehrbaues ermöglichten. Diese Funde, zusammen mit der zu erschließenden Mächtigkeit des Fundamentes gaben erste Hinweise auf eine nicht bekannte Burgstelle auf dem Kirchhügel.
Westlich der Kirche wurde S3/96 angelegt um eine etwaige Ausdehnung des Gräberfeldes in diesem Bereich zu klären. Außer rezenten Schutte bzw. dem gewachsenen Gneisboden kamen keinerlei Befunde zu Tage.